Landesweite DEMONSTRATION 21.02.2026 in Stuttgart – Schluss mit rassistischer Sozialpolitik! NEIN zur Bezahlkarte und zur GEAS-Reform.
Wer die DEMONSTRATION unterstützen möchte, bitte hier Name und Mailadresse eintragen. DANKE!

KURZINFOS zur BEZAHLKARTE
Die Betroffenen erhalten eine anonyme Visa-Debitkarte, auf der sich eine Nummer (eine virtuelle IBAN) befindet. Auf diese virtuelle IBAN können Leistungen überwiesen werden. Die Bezahlkarte hat außer Geldabheben und Einkäufen direkt keine weitere Funktion. Mit der MySocialCardApp können von den Behörden folgende Funktionen gesteuert werden: die Höhe des auf 50 Euro begrenzten Bargeldbetrags, Überweisungen, Lastschriftaufträge, die Begrenzung der Karte auf ein bestimmtes Gebiet (Geofencing), die Sperrung bestimmter Warengruppen sowie Überweisungen ins In- und Ausland, Sperrungen und Kürzungen der Gelder. Gleichzeitig ist durch eine Vermögensprüfung Einsicht in den Kontenverlauf möglich. Dadurch wird im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs und der freien Verfügung über das minimale Existenzminimum erheblich in die Selbstbestimmung und Autonomie der Betroffenen eingegriffen.
Folgende Gruppen rufen auf:
STUTTGART, 14 UHR, Schlossplatz (vor dem neuen Schloss).
NEIN ZUR BEZAHLKARTE!
AUFRUF – PLAKAT | In Baden-Württemberg müssen geflüchtete Personen seit fast einem Jahr mit erheblichen Einschränkungen durch die Bezahlkarte leben. So beziehen Geflüchtete ihre Asylbewerberleistungen auf eine ausgrenzende Bezahlkarte statt als Barauszahlung oder Überweisung auf das eigene Konto. Damit geht ein großer Teil der Selbstbestimmung verloren:
Geflüchtete können weder frei entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben, noch können sie damit überall bezahlen. Gleichzeitig geht mit der Bezahlkarte ein hoher Verwaltungsaufwand einher: Das Land Baden-Württemberg veranschlagt Kosten in Höhe von 10,6 Millionen Euro für die Implementierung des Bezahlkartensystems in den Verwaltungen in den Jahren 2025 und 2026.
GESAMTGESELLSCHAFTLICHE RECHTSENTWICKLUNG
Die diskriminierende Praxis der Bezahlkarte reiht sich ein, in die gesamtgesellschaftliche Rechtsentwicklung: Von Rechtsextremen bis hin zu rechtsaußen orientierten Kräften, von Influencern auf TikTok oder YouTube bis in bürgerliche Parteien hinein, treiben politische Kräfte eine (sozial)rassistische Spaltung der Gesellschaft voran. Diese Spaltung in Menschen mit und ohne deutschen Pass und in Menschen mit und ohne ausreichend finanzielle Mittel führt zu Ausgrenzungen im Bereich der Existenzsicherung und zur Aberkennung von Rechten und Selbstbestimmung, wie beispielsweise die Bezahlkarte zeigt. Die materiellen Gegensätze zwischen diesen Gruppen werden so weiter zunehmen, neoliberale autoritäre Sozialpolitik tut in Zeiten der kapitalistischen Krise ihr Möglichstes, diese Unterschiede weiter zu verschärfen.
Als Antwort auf Angriffe auf soziale Rechte setzen wir uns für ein emanzipatorisches und solidarisches Krisenverständnis ein, bei dem niemand zurückgelassen wird.
UMSETZUNG DER GEAS-REFORM
Gleichzeitig wird derzeit das nationale Anpassungsgesetz zur Umsetzung der Reform des menschenfeindlichen Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in den Parlamenten diskutiert.
So sollen die Bundesländer sogenannte Sekundärmigrationszentren einrichten. Neben einer Wohnverpflichtung von bis zu 24 Monaten kann bei entsprechender Anordnung auch die Bewegungsfreiheit bzw. der Bewegungsradius auf das Lager beschränkt werden. Das Lager darf dann auch tagsüber nicht verlassen werden. Es handelt sich somit um eine Haft ohne richterlichen Beschluss. Bei Verstößen sollen die Leistungen gekürzt werden und es droht die Asylverfahrenshaft. Dabei sollen auch mehrere Haftmöglichkeiten (Verfahrenshaft, Verbringungshaft und Rückführungshaft) eingeführt werden. Auch Kinder mit ihren Eltern können inhaftiert werden.
GEMEINSAM WIDERSTAND LEISTEN !
All diese politischen Maßnahmen dienen dazu, Geflüchtete durch die Abschaffung universeller Menschenrechte und die Ausweitung von Fremdbestimmung besser kontrollieren zu können. Dadurch soll das Leben für Geflüchtete so unbequem wie möglich gestaltet werden – bei gleichzeitiger direkter oder indirekter Beteiligung dieser Staaten an den Zuständen in den Herkunftsländern. Viele dieser politischen Entscheidungen werden letztendlich auf Landes- und kommunaler Ebene entschieden und umgesetzt. Die kommunale Verwaltung kippt unter den Vorgaben des Bundes und insbesondere des Landes immer weiter nach rechts.
Wir müssen hier mit all unseren politischen Mitteln intervenieren. Informiert euch über die politischen Pläne und verfolgt die aktuellen Diskussionen! Geht mit uns am 21. Februar gemeinsam in Stuttgart auf die Straße und lasst uns vor der Landtagswahl zeigen, dass wir Widerstand leisten!
WIR FORDERN:
Rücknahme der Verordnung zur Einführung der Bezahlkarte. – Jederzeitiger Ausstieg der Kommunen aus dem Bezahlkartensystem. – Wir sagen NEIN zur Bezahlkarte! – KEINE weitere Ausgrenzung bei der Umsetzung mit dem GEAS!
HALLO